Saisoneröffnung

Ostsee vor der Saison: Warum ich am liebsten vor dem 1. April an die Ostsee reise

Wenn ich gefragt werde, wann die beste Zeit für einen Ostseeurlaub ist, sage ich immer: März. Nicht Juli, nicht August. Ich liebe die Ostsee vor der Saison am liebsten also im März. Die meisten Menschen schauen mich dann etwas ungläubig an. Dabei ist es eigentlich ganz einfach zu erklären.

Es geht nicht darum, die Kälte zu romantisieren oder so zu tun, als wäre ein grauer Himmel über der Ostsee genauso schön wie Sonnenschein. Es geht darum, was vor dem 1. April noch möglich ist und danach nicht mehr.

Alle Strände sind noch offen für Hunde

Das ist für mich der stärkste Grund. Ab dem 1. April gilt an vielen Ostseestränden die Badesaison als offiziell begonnen und damit greifen die Hundeverbote. Je nach Gemeinde und Strand sind Hunde dann entweder nur noch in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden erlaubt, oder ganz auf bestimmte Abschnitte beschränkt.

Vor dem 1. April ist das noch anders. Die meisten Strände sind in dieser Zeit frei zugänglich für Hunde, ohne Leinenpflicht am Strand, ohne Zeitfenster, ohne den schlechten Gewissen beim Spaziergang. Wer einen Hund hat und ihn wirklich frei laufen lassen möchte mit Meeresblick und Wellengeräusch im Hintergrund der sollte dieses Zeitfenster kennen und nutzen.

Ich selbst habe das zum ersten Mal bewusst wahrgenommen, als ich mit einem befreundeten Paar und ihrem Hund Anfang März in Zingst war. Der Strand gehörte uns fast alleine. Der Hund hat das Wasser getestet, wieder herausgekommen, sich geschüttelt und dann noch mal reingelaufen. Kein Mensch hat sich beschwert. Das war schön.

Weniger Menschen, mehr Strand

Die Ostsee im März ist eine andere Ostsee als im August. Die Parkplätze an den Strandübergängen sind leer oder zumindest nicht überfüllt. Die Eisdielen haben noch geschlossen, die meisten Fischbrötchenbuden auch aber das ist kein Verlust, das ist Stille, Ruhe und Erholung vom Alltag.

Wer schon mal im Hochsommer in Binz oder Kühlungsborn war, weiß wovon ich rede. Enge Bürgersteige, Schlangen vor jedem Café, Strandkörbe Reihe an Reihe. Das hat seinen Reiz für viele aber es ist eine andere Art von Urlaub. Vor der Saison ist es ruhiger, langsamer, und man hat das Gefühl, der Ort gehört einem ein bisschen mehr.

Die Unterkünfte sind in dieser Zeit auch günstiger und besser verfügbar. Wer also flexibel ist, was das Wetter angeht, bekommt für weniger Geld oft die schöneren Zimmer und muss nicht Wochen im Voraus buchen.

Das Wetter im März an der Ostsee, was erwartet mich?

Ehrlich gesagt: Es kann alles sein. Strahlender Sonnenschein mit frischer Brise, Nieselregen und Wind, aber auch echte Frühsommertage mit 15 Grad und blauem Himmel. Die Ostsee im März ist nicht berechenbar aber das gehört dazu.

Was ich empfehle: Gute Jacke einpacken, feste Schuhe für den Strand, und keine zu hohen Erwartungen ans Wetter. Wer damit reist, wird selten enttäuscht. Und wenn dann doch ein schöner Tag kommt und die gibt es im März durchaus, ist die Freude umso größer.

Und der Strandkorb?

Die meisten Strandkörbe an der Ostsee werden erst zur Saison aufgestellt also frühestens ab April, manchmal auch erst im Mai. Wer im März kommt, sitzt also meistens nicht im Strandkorb, sondern auf einer Bank, einem mitgebrachten Campingstuhl oder direkt auf dem Deich.

Das ist kein Nachteil. Es ist ein anderes Erleben. Der Strand ohne Strandkörbe hat eine Weite, die im Sommer fehlt. Und wer das ganze Jahr über Strandkorb-Themen liest und schreibt, der weiß auch: Der Strandkorb ist schöner, wenn man sich auf ihn freut. Die Vorfreude gehört dazu. Und die richte Pflege zum Beginn der Saison: Strandkorb im Frühling

Mein Fazit: Einmal ausprobieren

Ich würde niemandem sagen, dass ein Urlaub im März besser ist als einer im Sommer denn das hängt davon ab, was man sucht. Aber wer einmal vor dem 1. April an der Ostsee war, mit einem Hund am leeren Strand, ohne Hochsaisonpreise und ohne Gedränge an der Eisdiele, der überlegt es sich vielleicht zweimal, ob es im August sein muss.

Ich tue es jedenfalls immer wieder. Und ich bereue es nie.

Von Petra

„Das Meer ist für mich ein Ort der Ruhe und Inspiration. Im Strandkorb-Team schreibe ich über Reisen, Naturerlebnisse und nachhaltige Ideen, die das Leben leichter und schöner machen. Ob Auszeit am Meer, Strandkorb-Pflege oder Tipps für umweltbewusste Urlaube – hier findest du Inspiration mit Meeresrauschen.“